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Das Rosenlauital - ein Ort der Kraft
Es war im noch jungen 18. Jahrhundert, als die ersten zivilisations-müden Menschen den wildromantischen Flecken für sich entdeckten und das Rosenlauital mit Reiseberichten, schwärmerischen Gedichten und imposanten Abbildungen auf der ganzen Welt berühmt machten. Kaum eine Versezeile und bestimmt kein Stich, kein Gemälde und schliesslich auch kaum eine Postkarte vom Rosenlauital ist denkbar ohne Wildbäche, Wasserfälle, murmelnden Bächlein und tosende Wasser.
Das Rosenlauital ist undenkbar ohne das Erleben dieser Energie-Quellen erster Güte – ohne Wasser!
Als End- und Höhepunkt der Reise des Reichenbachs durchs Rosenlauital waren die beiden Reichenbachfälle über Jahrhunderte ein Magnet für Touristen aus aller Welt. 1901 musste der weltberühmte Wasserfall für das Kraftwerk Schattenhalb1 und die Grosse Scheidegg-Bahn (die dann doch nicht gebaut wurde) Haare lassen, und bereits 1926 entstand das Kraftwerk Schattenhalb2, das die 400 Meter Fallhöhe vom Zwirgi in den Talboden nutzte. Zurzeit wird mit Schattenhalb3 die gesamte Anlage total erneuert, die Restwassermenge erhöht, dafür auch dem Fall bei hohem Wasserstand wesentlich mehr Wasser entnommen.

Bis ins 21. Jahrhundert war für die einheimischen Kraftwerksbesitzer eine weitere Nutzung des Reichenbachs Tabu. Weiter als Oberzwirig (auf 1290 m ü.M.) wagten sich die Kraftwerksbauer nicht – im Wissen, dass sie bei einem Ausbau ein landschaftlich einmaliges Gebiet von grossem touristischen Wert betreten würden, das auch von seinen wunderbaren Wassern geprägt wird.
Somit konnte sich der Oberlauf des Reichenbachs bis heute als weitgehend unberührter, wilder und natürlicher Bachlauf mit seinem ursprünglichen Wasserhaushalt bewahren.
Dass es nun im Jahre 2010 mit dieser Idylle zu Ende gehen soll, hat mehrere Gründe:
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Im Jahre 2000 kauften die bernischen Kraftwerken BKW die Kraftwerke des Reichenbachs; ob der Strom-Gigant aus dem Unterland effektiv keine Tabus kennt und es wagt, dieses Kleinod zu zerstören, wird sich in den nächsten Monaten zeigen.
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Wasserkraft gilt heute als „grüne Energie“ da CO2-frei ; der Angriff auf die letzten ungenutzten Bergbäche der Schweiz wird von staatlicher Hand finanziell massiv unterstützt. Per Satellit und mit neuster Software wird das hinterste und letzte bernische Wässerlein von der BKW unter die Lupe genommen und auf seinen Nutzen hin untersucht. Wo so viel Geld zu holen ist, zählt jeder Tropfen Wasser.
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Rund 40 Millionen will die BKW in Schattenhalb4 investieren. Auch wenn nur ein ganz kleiner Teil des Geldes tatsächlich an Firmen im Haslital fliessen, so stellt sich das Gewerbe dennoch dezidiert hinter Schattenhalb4.
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Wenn Schattenhalb4 ans Netz geht, wird es im imposanten, schluchtartigen Tal zwischen Oberzwirgi und Gschwandtenmaad sein, als hätte jemand einen Schalter gedreht: weg ist das Tosen, weg ist das Rauschen, das Erlebnis des mächtigen Bergwassers, der Wasserstaub auf der Junghansbrücke …. Schattenhalb4 mit seiner mehrjährigen Bauzeit, der Baustelle im Gschwadtenmaad, den Bergen von Deponiematerial, den massiven sicht- und hörbaren Eingriff in den Wasserhaushalt des Reichenbachs hätte einen gravierenden Einfluss auf den Tourismus im Kraftort Rosenlauital.
Wie lange darf er noch rauschen? Der Reichenbach im Rosenlauital
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